Mauswiesel (Mustela Invalide ) gefunden – was tun
Taxonomie und Erkennungen
Das Mauswiesel (Mustela nivalis) ist das kleinste heimische Raubtier Europas und spielt eine wichtige Rolle im natürlichen Gleichgewicht. Mauswiesel sind schlank gebaut, haben einen langen, dünnen Körper und kurze Beine. Sie erreichen eine Körperlänge von etwa 13–26 cm und ein Gewicht von 40–100 g. Das Fell ist auf der Oberseite braun, die Unterseite weiß. Besonders auffällig ist die geringe Größe im Vergleich zu anderen Marderartigen.
Gesetzliche Bestimmungen:
Mauswiesel sind in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 44 BNatSchG) besonders geschützt. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden, außer in Ausnahmefällen wie der notwendigen Hilfeleistung. Für die Aufnahme und Pflege eines Mauswiesels ist eine Genehmigung durch die zuständige Naturschutzbehörde erforderlich. Die Auswilderung muss ebenfalls behördlich gemeldet und begleitet werden. Es ist wichtig, alle gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
Wann braucht ein Mauswiesel Hilfe?:
- Verletzungen durch Verkehrsunfälle, Haustiere oder landwirtschaftliche Maschinen
- Junge, die verwaist aufgefunden werden
- Offensichtliche Erkrankungen, Unterkühlung oder Schwäche
- Gefährdung durch menschliche Eingriffe oder Zerstörung des Lebensraums
- Ein Mauswiesel sollte aufgenommen werden, wenn es offensichtlich verletzt, krank oder hilflos ist und ohne menschliche Hilfe nicht überleben könnte.
Richtige Sicherung: Umgang und Unterbringung
- Mauswiesel sind sehr scheu und können bei Stress aggressiv reagieren.
- Zum Sichern sollte man Handschuhe tragen werden
- Tier behutsam in eine kleine, sichere Box setzen,
- mit weichen Tüchern ausgelegt auslegen
- Die Box muss gut belüftet und ausbruchssicher sein
- Direkter Kontakt und laute Geräusche sind zu vermeiden, um das Tier nicht zusätzlich zu stressen ( Haustiere und Kinder fernhalten
- Die Unterbringung sollte in einem ruhigen, abgedunkelten Raum erfolgen.
Richtige Fütterung:
- Mauswiesel sind Fleischfresser.
- Sie ernähren sich hauptsächlich von Mäusen und anderen kleinen Säugetieren
- gelegentlich auch von Insekten
- In der Auffangstation kann man ihnen kleine Stücke frisches Fleisch, Hackfleisch oder spezielle Futtertiere anbieten.
- Jungtiere benötigen zunächst Ersatzmilch (z. B. Katzenaufzuchtmilch) und später angepasste Fleischrationen
- Frisches Wasser muss immer bereitstehen. Wichtig ist, das Futter regelmäßig zu wechseln und auf Sauberkeit zu achten.
Erstversorgung bei Verletzungen:
- Bei einem verletzten Mauswiesel steht die schnelle und ruhige Versorgung im Vordergrund:
- Das Tier vorsichtig aufnehmen und in eine sichere Box setzen.
- Ersteinschätzung: Offensichtliche Verletzungen wie Blutungen, Brüche oder Schockzustände erkennen.
- Ruhe: Stress vermeiden, das Tier in einen ruhigen Raum bringen.
- Wärme: Unterkühlte Tiere vorsichtig wärmen (z. B. mit einer Wärmflasche, die in ein Handtuch gewickelt ist).
- Keine Selbstmedikation: Keine Medikamente ohne tierärztliche Rücksprache verabreichen.
- Tierarzt: So schnell wie möglich einen wildtiererfahrenen Tierarzt aufsuchen.
Die weitere Versorgung und Rehabilitation erfolgt nach tierärztlicher Anweisung und unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben.
Die Aufnahme und Versorgung von Mauswieseln erfordert Fachwissen, Sorgfalt und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen ( immer eine Wildtierauffangstation kontaktieren). Mit dem richtigen Vorgehen können Sie dazu beitragen, verletzten oder hilfsbedürftigen Tieren ein neues Leben zu ermöglichen und gleichzeitig den Artenschutz zu fördern.