Fuchs ( Vulpes vulpes ) gefunden – was tun
Allgemeine Informationen über Füchse
Füchse verhalten sich Menschen gegenüber in der Regel nicht aggressiv. Besonders in Siedlungsgebieten nähern sich Füchse den Menschen häufiger, da sie sich an deren Anwesenheit gewöhnt haben, sehr intelligent und neugierig sind und hier leichter an Futter kommen. Für Hunde und Katzen stellen Füchse keine Gefahr dar, da sie konfliktscheu sind und Auseinandersetzungen meist vermeiden.
Das Verhalten von Füchsen ist zudem stark jahreszeitabhängig. Während der Paarungszeit (November bis März) sowie in der Zeit der Jungenaufzucht (Januar bis August) lassen sich Füchse auch tagsüber und öfter in Wohngebieten beobachten, da sie auf Nahrungssuche sind. Die meisten Fuchswelpen werden im März und April geboren (meist mit geschlossenen Augen, 2 bis 9 pro Wurf) und verbleiben die ersten vier Wochen im Bau, bevor sie gemeinsam mit ihren Geschwistern und der Mutter (Fähe) das Umfeld erkunden.
Das Jagdrecht für Füchse
Der Fuchs unterliegt in Deutschland dem Jagdrecht. Das bedeutet, dass die Bejagung und Hege dieser Wildtiere gesetzlich geregelt ist. Jagdzeiten und Schonzeiten können je nach Bundesland variieren, vielerorts besteht für den Fuchs jedoch eine ganzjährige Jagdzeit. Dennoch gibt es gesetzliche Regelungen zum Schutz von Fuchswelpen sowie zur tierschutzgerechten Jagdausübung.
Nur Personen mit gültigem Jagdschein, die das Jagdausübungsrecht besitzen, dürfen Füchse bejagen. Privatpersonen oder Laien ist es nicht gestattet, Wildtiere eigenmächtig zu fangen, zu töten oder aus der Natur zu entnehmen. In der Praxis bedeutet dies, dass bei hilfsbedürftigen oder verletzten Füchsen immer die zuständigen Jagdausübungsberechtigten informiert werden sollten. Leider zeigen einige Jagdpächter*innen wenig Interesse an der Rettung kranker oder verwaister Tiere und greifen häufig eher zu drastischen Maßnahmen. Deshalb empfiehlt es sich, zusätzlich eine Wildtierauffangstation oder fachkundige Stellen einzubeziehen, um das Wohl des Tieres sicherzustellen.
Zudem ist das Aussetzen von gefangenen Füchsen in anderen Revieren verboten, da dies nicht nur dem Jagdrecht, sondern auch dem Tierschutz widerspricht. Füchse sind sehr revierbezogen und haben außerhalb ihres angestammten Lebensraums geringe Überlebenschancen.
Wann benötigt ein Fuchs keine Hilfe?
- Der Fuchs wirkt gesund, zeigt keine offensichtlichen Verletzungen, keine Lahmheit, keine verklebten Augen, keinen Durchfall oder andere Auffälligkeiten.
- Er nähert sich dem Menschen, da er sich an das Zusammenleben gewöhnt hat. Beobachten Sie ihn zunächst aus sicherer Entfernung und bedrängen Sie ihn nicht.
- Fuchswelpen mit dunklem Fell und weißer Schwanzspitze, die sich agil in der Nähe des Baus bewegen,
- aktiv mit Geschwistern spielen oder sich in der Nähe der Mutter aufhalten.
- Oft gibt es einen Ausweichbau, sodass ein Welpe auch einmal allein gesichtet werden kann.
- Beobachten Sie mindestens 3 Stunden, ob die Mutter zurückkommt.
- Wurde ein Welpe ohne Absprache entnommen, nehmen Sie umgehend Kontakt zu einer Wildtierhilfe auf, um eine mögliche Rückführung zu besprechen.
Wann benötigt ein Fuchs Hilfe?
- Offensichtliche Verletzungen wie Lahmheit, Knochenbrüche, offene Wunden oder Blutungen.
- Verhaltensauffälligkeiten wie Seitenlage, Taumeln, Zuckungen oder ein schwankender Gang.
- Das Tier ist eingesperrt und kann sich nicht selbst befreien.
- Erkrankung an Räude (siehe unten).
- Der Fuchs wurde von einem anderen Tier angegriffen.
- Beteiligung an einem Verkehrsunfall – auch ohne sichtbare Verletzungen besteht die Gefahr eines Traumas oder Schocks.
- Der Fuchs ist mit Fliegeneiern oder -maden befallen.
- Ein Fuchswelpe irrt allein, ohne Mutter oder Geschwister, umher, wirkt schwach und mager, schreit laut oder liegt ungeschützt auf der Seite.
- Ein Welpe mit geschlossenen Augen befindet sich außerhalb des Baus.
Richtiges Verhalten bei hilfsbedürftigen Füchsen
- Bei Verdacht auf Hilfsbedürftigkeit kontaktieren Sie immer zuerst eine sachkundige Stelle oder Wildtierauffangstation. Dort wird das weitere Vorgehen gemeinsam besprochen.
- Ist ein Fuchs in einem Raum (z.B. Gartenhaus oder Keller) eingesperrt, öffnen Sie die Tür und ermöglichen Sie ihm den Weg nach draußen. Falls dies nicht möglich ist, ziehen Sie die Feuerwehr oder fachkundige Personen hinzu. Eigene Einfangversuche bei gesunden erwachsenen Tieren sollten unterbleiben.
- Gesicherte Füchse dürfen niemals an einem anderen Ort ausgesetzt werden, da sie stark revierbezogen sind und in fremden Gebieten nicht überleben können.
- Bieten Sie einem gesicherten Fuchs kein Hunde- oder Katzenfutter an, da dies zu Durchfall führen kann.
- Fuchswelpen benötigen spezielles Aufzuchtspulver. Keine eigenständigen Fütterungsversuche! Alternativ kann nach Wärmezufuhr eine Glucoselösung (1 TL Traubenzucker, etwas Salz in 100 ml Fencheltee) in kleinen Mengen gegeben werden.
Wie sichert man einen Fuchs?
- Eigene Sicherheit steht an erster Stelle!
- Auch Babys haben spitzte Zähne und können schmerzhafte Verletzungen zufügen
- Wenn möglich, eine Decke, Jacke oder ein Handtuch über das Tier legen und es damit in eine Transportbox legen oder in die Box leiten. Bissfeste Handschuhe verwenden.
- Die Box sollte an einem ruhigen, dunklen Ort stehen, fern von Haustieren und Kindern, bis das Tier in eine Auffangstation gebracht werden kann.
- Unterkühlte Tiere und Welpen langsam wärmen – Wärmflaschen, Dinkelkissen oder mit warmem Wasser gefüllte PET-Flaschen (nicht über 37 Grad ) eignen sich.
Häufige Fuchskrankheiten
- Tollwut: Deutschland gilt seit 28.September 2008 als tollwutfrei, Angst vor tollwütigen Füchsen ist unbegründet.
- Fuchsbandwurm: Füchse zeigen meist keine Symptome. Eine Übertragung auf den Menschen ist äußerst selten, wahrscheinlicher ist eine Ansteckung durch eigene Haustiere oder kontaminierte Beeren.
- Räude: Eine Hauterkrankung durch Grabmilben (Sarcoptes). Im fortgeschrittenen Stadium erkennt man kahle, verkrustete Stellen am Schwanz, Hinterteil und Kopf. Räude kann auf Hunde übertragen werden und wird mit geeigneten Mitteln behandelt. Eine Behandlung von Füchsen sollte nur nach Rücksprache mit einer Wildtierauffangstation erfolgen,
- oder fachkundigem Tierarzt, da Wirkstoff und Dosierung entscheidend sind.
- Staupe: Eine meist tödlich verlaufende Erkrankung des Nervensystems. Geimpfte Hunde sind gut geschützt. Es gibt keine eindeutigen Symptome; im Endstadium treten oft Muskelzuckungen und Krampfanfälle auf.
Nicht jeder scheinbare Notfall ist tatsächlich ein Notfall. Beobachten Sie Füchse aufmerksam, aber greifen Sie nur dann ein, wenn eindeutige Anzeichen für eine Hilfsbedürftigkeit vorliegen – und holen Sie sich immer professionelle Unterstützung!