Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei Fleischfressern wie Hunden, Füchsen, Mardern, Waschbären und anderen Wildtieren vorkommt. Sie wird durch das Canine Staupevirus (Canine Distemper Virus, CDV) verursacht, das zur Familie der Paramyxoviren gehört. Die Krankheit ist weltweit verbreitet und stellt eine ernsthafte Bedrohung für viele Wildtierpopulationen dar.
Das Staupevirus wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen (z. B. Speichel, Urin, Kot, Nasensekret) übertragen. Auch indirekte Übertragungen über kontaminierte Gegenstände oder Umgebungen sind möglich. Besonders gefährdet sind Jungtiere sowie geschwächte oder unterernährte Tiere.
Die Symptome der Staupe sind vielfältig und können je nach betroffener Tierart und Krankheitsverlauf stark variieren. Typische Anzeichen sind:
- Fieber
- Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit
- Nasen- und Augenausfluss
- Husten, Atemnot
- Erbrechen und Durchfall
- Hautveränderungen (z. B. Verhornung der Ballen und des Nasenspiegels, sog. „Hard Pad Disease“)
- Neurologische Störungen wie Krämpfe, Lähmungen oder Verhaltensänderungen
Der Verlauf kann akut oder chronisch sein und endet bei Wildtieren oft tödlich.
Staupe stellt eine erhebliche Gefahr für Wildtierpopulationen dar. Besonders in Regionen, in denen viele Tiere auf engem Raum leben oder geschwächt sind, kann es zu massenhaften Ausbrüchen kommen. Solche Epidemien führen häufig zu starken Bestandsrückgängen, insbesondere bei Füchsen, Mardern und Waschbären. Auch seltene oder bedrohte Arten können betroffen sein, was die Erhaltungsbemühungen zusätzlich erschwert.
Eine gezielte Behandlung infizierter Wildtiere ist in der Regel nicht möglich. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist die Impfung von Haustieren wie Hunden, um eine Übertragung auf Wildtiere zu verhindern. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Fütterungs- und Anlockstellen für Wildtiere zu meiden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. In manchen Regionen werden gezielte Impfkampagnen bei Wildtieren durchgeführt, etwa durch Auslegen von Impfködern.
Staupe ist für den Menschen ungefährlich, da das Virus keine zoonotische Bedeutung hat. Allerdings können Menschen als Überträger des Virus auf Tiere fungieren, zum Beispiel durch kontaminierte Kleidung oder Schuhe.
Staupe ist eine schwere und oft tödliche Infektionskrankheit bei Wildtieren, die erhebliche Auswirkungen auf die Tiergesundheit und den Bestand einzelner Arten haben kann. Prävention durch Impfung und Vermeidung enger Kontakte zwischen Haus- und Wildtieren sind die wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit.